Das vergessene Gefängnis von Darmstadt
Shownotes
Am 11. September 1944 wurde in der Darmstädter Brandnacht ein Großteil der Stadt von Bomben zerstört. Seither ist Darmstadt ein Flickenteppich aus alten Denkmälern und modernen Gebäuden. Und mittendrin - das Gefängnis in der Rundenturmstraße… Zumindest bis es abgerissen wurde und jahrzehntelang verschwand. Irgendwann fand man einen letzten Rest: einen einzigen Gang aus Stein. Man restaurierte diesen so gut es ging. Heute sind die Überreste ein unscheinbares Denkmal inmitten von Darmstadt.
Mitwirkende: Mika Ploenes, Ben Schwarz, Nermjn Soliman, Anna Kurz
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00:00:04: Na ja, also Gebäude ist schon mal ein auf die falsche Pferde bringendes Stichwort.
00:00:09: Vielleicht tatsächlich handelt es sich hier eigentlich erstmal um Mauern?
00:00:12: Das war eigentlich eine komplett zugewucherte Mauer, das hätte irgendeine Grundstücksmauer sein können.
00:00:18: Es
00:00:19: gibt aber auch Menschen, die vielleicht da gar nicht so interessiert sind und die auch vielleicht achtenlos vorbeilaufen.
00:00:39: Es ist eine kühle September Nacht im Jahr nineteenhundertvierzig.
00:00:44: Über zweihundert Bomber, der Royal Air Force fliegen auf die Stadtmitte zu und wenig später stand alles in Flammen.
00:00:52: Am elften September wurde in der Darmstädter Brandnacht ein Großteil der Stadt von Bomben zerstört.
00:01:03: Seither ist Darmstadt ein Flickenteppich aus alten Denkmälern und modernen Gebäuden.
00:01:10: Und was steht mittendrin?
00:01:12: Ein Zeitungsartikel berichtet.
00:01:15: Das Gefängnis steht in mitten der ausgebrannten Innenstadt, die Adresse Darmstadt Rundeturm Straße Acht Straf- und Untersuchungshaftanstalt.
00:01:25: Und um dieses Gefängnis geht es heute.
00:01:28: Es überlebte den nächtlichen Bombenhagel nämlich verschwand aber trotzdem Wie geht es weiter?
00:01:36: Nun nach Kriegsende ging es an den Wiederaufbau der Stadt.
00:01:39: Über die Jahre wuchs Darmstadt rasant an, es war ja damals die Landeshauptstadt Hessens.
00:01:44: So war das Gefängnis zwar ursprünglich außerhalb der Stadt geplant und errichtet worden lag bald darauf jedoch in mitten der Innenstadt – und somit auch im Mitten der Bevölkerung.
00:01:54: Lisa Horstmann ist Professorin an der TU Darmstadt und Expertin in Sachen Architektur.
00:02:01: Je mehr man die neue Stadt plante, desto größer wurden die Proteste.
00:02:05: ein Gefängnis inmitten der Stadt?
00:02:07: unvorstellbar Es abreißen, ja unbedingt.
00:02:11: Dennoch wurde das ehemalige Landgerichtsgefängnis weiter genutzt und verwaltet – jetzt als Straf- und Untersuchungshaftanstall.
00:02:18: Lange Zeit hielt es sich allerdings nicht.
00:02:21: Es war vollkommen überbelegt.
00:02:22: die hygienischen Anforderungen wurden längst nicht mehr erfüllt.
00:02:26: Schnell ist man zu dem Schluss gekommen ein neues größeres Gefängnismus her während des Altes weil das wird nicht mehr gebraucht.
00:02:33: Aber was passiert denn mit Gebäuden, die überflüssig werden?
00:02:38: Die Technische Hochschule hat ein Auge auf das Grundstück geborfen.
00:02:43: Nach langen Diskussionen hatte man schließlich entschieden, dass Gefängnis wird in Pfungstadt gebaut.
00:02:48: Am ersten Oktober, neunzehnundsechzig wurde es schließlich eingeweiht.
00:02:52: Das Rundeturmgefängnis stand aber nicht lange leer, denn die technische HochSchule brauchte mehr Platz!
00:02:58: Man entschied sich also dazu, das gesamte Gefängnesareal nur wenig später abzuheißen – die Stadt beseitigte einen Schandfleck.
00:03:07: Die Technische Hochschule gewann dafür ein Parkplatz.
00:03:12: Das Gefängnis wurde also abgerissen und war von nun an von der Bildfläche verschwunden.
00:03:18: Erst fünfzig Jahre später, als das Gefängnis quasi vergessen war, gab es jedoch eine Überraschung.
00:03:24: Heiko Feuchter, Leiter des Baudizernats für Baumeinagement und dem technischen Betrieb der TU, war dabei und hat uns am Telefon davon erzählt...
00:03:39: direkt an der Eulenhauerpromenade und es war durch ein Metalltor verschlossen.
00:03:43: Und irgendwann ist der damalige Kanzler, Herr Effinger auf mich zugekommen und sagte, was ist da hinten dran?
00:03:48: Können wir da mal reingucken.
00:03:50: Nachdem wir lange einen Schlüssel gesucht haben für dieses alte historische Tor, haben wir den auch gefunden und haben dann nach öffner des Tors vorgefunden so in etwa sechszig Meter langen Schlauchumgeben von Wänden zu gewachsen.
00:04:04: mit Pflanzen, mit Efeu etc.
00:04:06: war noch ein paar Einbauten drin.
00:04:09: und dann haben gesagt das gibt es ja nicht, dass so ein klassisches Dornröschenschlaf Objekt was wir da entdeckt haben und so hat erst mal gemerkt was man eigentlich von Potenzialer hat also ist auch ein historischen Wert hat.
00:04:24: Erst Jahre später rückte dieses Gelände wieder in den Blick.
00:04:27: Zwischen zwei Tausend neunzehlen und zweitausend einundzwanzig ließ die TU Darmstadt als Eigentümerin des Grundstücks, die ehemalige Gefängneschleuse sowie einen Abschnitt der alten Vorstadt Mauer sanieren.
00:04:39: Eine besondere Herausforderung stellte dabei das Mauerstück am ehemalingen Lazarett dar.
00:04:44: Nach dem Abbruch der angrenzenden Gebäude war es nicht mehr standsicher und musste aufwendig stabilisiert werden.
00:04:51: Die Maßnahme wurde in Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde und externen Fachplanern umgesetzt und erstreckte sich über zwei Jahre.
00:04:59: Für die Instandsetzung der Vorstadtmauer wurde das Projekt schließlich mit dem hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet.
00:05:07: Einer der Beteiligten an der Restauration war der Leiter des Darmstädter Denkmallschutzes.
00:05:13: Sein Name ist Olaf Köhler, er ist Studierter Architekt und wirkt schon lange am Erhalt alter Bauten mit – und so auch an diesem!
00:05:22: Dass eigentliche Gebäude, dass es mal eingefriedet hat oder gar den Stadtteil, den es mal eingefriedet hat gibt es heute zumindest nicht mehr in der ursprünglichen Form.
00:05:29: Oder nur noch in Teilen.
00:05:31: Das heißt wir stehen hier also in einem fragmentarischen Denkmal was auch unterschiedliche Zeitschichten entstammt.
00:05:37: Durch die vielen fehlenden Elemente war's bestimmt ziemlich schwierig überhaupt etwas über das Gefängnis herauszufinden.
00:05:45: Man muss bestimmt gut im Spuren lesen sein.
00:05:49: Also das ist tatsächlich nicht leicht.
00:05:52: Es ist natürlich grundsätzlich eine Aufgabe, es ist richtig so.
00:05:55: eine Recherche
00:05:56: und
00:05:56: Detektivarbeit muss man jetzt tatsächlich sagen.
00:05:59: also wie sieht das aus?
00:06:00: Man muss erstmal in wirkliche Archive von der Universität, Stadtarchiv, Staatsarchiv... Wir haben ein kleines Denkmal-Archiv, also man muss sich wirklich durch diese Archive arbeiten, um möglichst Unterlagen zu finden die teilweise auch vielleicht unsortiert sind.
00:06:22: Also man muss sie ja zuordnen können.
00:06:24: das ist gar nicht so leicht.
00:06:25: es eine richtig komplexe schwierige Aufgabenstellung.
00:06:29: aber wenn man die Archive hat sollte es mit genug Zeit doch recht einfach sein dazu Infos zu finden.
00:06:35: Richtig?
00:06:37: In der Brandnacht in Darmstadt ist die ganze Stadt niedergebrannt und leider auch die Archive.
00:06:43: Das heißt, wir haben eine riesige Lücke in den Archiven aus der Zeit vor dem Krieg.
00:06:48: Das sind ganz viele
00:06:49: z.B.,
00:06:49: wir haben fast keine Baugenehmigung aus derzeit davor.
00:06:52: Wir wissen bei vielen historischen Bauten nicht.
00:06:54: wie sahen die Pläne aus?
00:06:55: Die eigentlich ja im Bauamt gelagert sein müssten alles verbrannt.
00:07:00: Also insofern haben wir natürlich mit Lücken zu kämpfen, die man wahrscheinlich nie wird aufarbeiten können weil es einfach verloren gegangen ist.
00:07:09: Diese Lücken könnten der Grund für unsere Schwierigkeiten bei der Recherche gewesen sein.
00:07:14: Die Unterlagen des Stadtarchivs über das Rundeturmgefängnis stammen aus der Nachkriegszeit.
00:07:20: Online-Artikel berichten nahezu dasselbe, eine Studienarbeit auf den frühen zwei Tausendern konnte uns zumindest Bilder von den Bauten liefern und einige Berichte von Zeitzeugen.
00:07:31: was sich mit Sicherheit sagen lässt.
00:07:33: über die Geschichte dieses Ortes wissen wir erstaunlich wenig
00:07:38: Verbrannte Archive und riesige Lücken.
00:07:42: Mit verlorenen Informationen muss man bei solchen Projekten wohl einfach rechnen, aber irgendwas muss ja übrig sein!
00:07:51: Was können wir denn jetzt definitiv über die Vergangenheit des Gefängnisses sagen?
00:07:56: Nun das Gefängnis an der Runde Turmstraße galt als Darmstadt's ältestes Gefängnes.
00:08:02: Seine Geschichte reicht zurück bis ins Mittelalter.
00:08:05: Seit dem vierzehnten Jahrhundert wurde bereits Ein Teil der Stadtmauer als Verlies genutzt.
00:08:11: Erst im neunzehnten Jahrhundert begann der Bau einer großzügigen Gefängnisanlage, dem Großherzuglichen Provinzial-Arresthaus – ein Ort, der nicht mehr nur dem Einsperren und Bestrafen diente sondern vor allem dem Erziehen und Korrigieren.
00:08:26: Das heißt das Gefängnis hat bestimmt auch seinen Besitzer mehrmals gewechselt.
00:08:31: Zwischen den vierzehnten Jahrhundert und dem Zweiten Weltkrieg liegen ja immerhin sechshundert Jahre
00:08:38: Über die Jahrzehnte hinweg passte sich das Gefängnis stets den neuen Form des Strafvollzugs und der Regierung an.
00:08:46: So war es erst, dass hessische Landgerichtsgefängnis dann zuteilen ein Gefängnesder Gestapo und zuletzt eine Straf- und Untersuchungshaftanstalt.
00:08:56: Es spiegelte politische Umbrüche und gesellschaftliche Veränderungen wieder – vom Großherdzugtom über die Weimarer Republik bis in die Zeit nach dem Nationalsozialismus.
00:09:06: Die Architektur wurde dabei immer mehr zum Instrument des Staates.
00:09:10: Wer gegen das Regime war, wurde hier
00:09:13: weggesperrt.".
00:09:22: Technologische Darmstadt außen, diese Stähle mit ein paar Infos auch so ein bisschen wo zugehört welcher Mauer abschnitt.
00:09:29: So haben wir zum Beispiel einerseits Wir gucken jetzt hier gerade drauf die alte Vorstadtmauer also wir haben die Innenstadt eigentlich die mittelalterliche Kernstadt mit der alten Einmauerung.
00:09:40: und dann gab es Ende des sechzehnten Jahrhunderts Anfang siebzehntes Jahrhunderte eben diese Vorstatt Erweiterung wo quasi die Stadt aus allen Nähten platzte und erweitert wurde.
00:09:51: Und damals hat man tatsächlich noch neue Stadtquartiere auf der Feindseite von woher die Bedrohung war, ummauert, um sie zu
00:09:58: schützen.".
00:10:01: Das Gebäude hat über die Jahre ganz schön viel durchgemacht – so viele Leute wieder eingesessen haben und Menschen, die es verwaltet haben.
00:10:11: Das hat doch sicher auch seine Spuren hinterlassen!
00:10:14: Kann man trotz Abriss heute noch etwas davon sehen?
00:10:17: Ja das kann man auf jeden Fall.
00:10:19: Die Fundamente der mittelalterlichen Vorstadtmauer zeigen ihren ursprünglichen Fall auf.
00:10:24: Nun ist da ein Rücksprung in der Mauer, man vermutet es lag an einem Lazaretthaus und einem Wirtschaftsgebäude aus dem setzenden Jahrhundert die dahinter gestanden hatten.
00:10:32: Als Ende des neunzehnten Jahrhunders das Frauengefängnis errichtet wurde schuf man entlang dieser Mauer eine Schleuse dorthin.
00:10:39: Diese Fragmente sind heute noch zu sehen und erzählen die Geschichte eines rätselhaften Ortes.
00:10:46: Doch warum hat man nicht versucht mehr vom Gefängnis wieder aufzubauen, wenn das Ganze so wichtig ist?
00:10:54: Wir haben doch Bilder und genug Informationen.
00:10:57: Warum also nicht mehr
00:10:58: zurückholen?".
00:11:00: Der Fokus der Sanierungsmaßnahmen lag lediglich auf der Entstandsetzung des Mauerabschnitts der ehemaligen Stadtmauer – nicht auf dem Gefängnes selbst!
00:11:08: Und dennoch erzählt uns dieser Ort von verschiedenen Schichten und Brüchen vor allem aber von offenen Fragen.
00:11:16: Er spricht weniger über das, was physisch da ist sondern viel mehr über das was fehlt.
00:11:22: Wir stehen hier vor so einer Fundamentplatte.
00:11:25: sieht es so aus jetzt liegt wunderbarerweise Schnee drauf aber leider auch leider jetzt gerade weil dort stammen eigentlich so kleine Raumzellen.
00:11:35: tatsächlich konnten wir die nicht wirklich zuordnen.
00:11:38: die waren sehr prekär also sehr baufällig sodass sie sich nur schwer halten ließen.
00:11:43: Wir haben es weiter nicht wirklich erschließen können, was es war.
00:11:47: Konnten sie aber auch nicht halten und so haben wir uns dafür entschieden dass die Archäologischen also die Fundamentreste quasi erhalten bleiben.
00:11:56: das weiterhin für die Forschung irgendwann mal zur Verfügung stehen und durch eine Bodenplatte abgedeckt werden quasi geschützt werden.
00:12:03: und in die Bodenplatten haben wir eben reingestrahlt beziehungsweise so eine Struktur reingebracht, die genau die alten Mauerverläufe nachbildet.
00:12:11: So dass man auch weiß wie sah denn die bauliche Struktur mal aus?
00:12:14: Also wenn der Schnee jetzt nicht wäre könnten wir quasi hier so kleine Raumzellen
00:12:17: erkennen.".
00:12:19: Man hat also auf kreative Weise versucht einen Teil des Gefängnisses hier wieder herzustellen um den früheren Zweck des Gebäudes anzudeuten.
00:12:29: Vermutlich sieht er heutige Zweck aber ganz anders aus.
00:12:34: Genau, es ist eine schöne Außenanlage.
00:12:36: Einfach die einlädt, dass man sich da vorne mal niederlässigt und hinsetzt wird auch gut angenommen.
00:12:40: Das war davor mit Nichten so oder vor was eben unort eigentlich.
00:12:44: Also ein Lost Place würde ich mir heute sagen.
00:12:46: Weil ich mein Büro hier um die Ecke habe gehe ich ganz auf dem Sommer darunter und esse einmal zum Mittag Mit Kollegen auf der Bank Denn im Sommer ist das ein schöner kühler Rückzugsort.
00:12:58: So nutzen wir das ganz persönlich sogar.
00:13:01: So hat sich das Gebäude und sein Zweck also verändert.
00:13:05: Früher ein Kerker für die Gegner wechselnder politischer Mächte, heute ein Ort der Ruhe- und Erholung.
00:13:12: Aber was passiert wenn ein solches Gemäuer jetzt keinen richtigen Nutzen mehr hat?
00:13:18: Bleibt denn wirklich nur noch der Abriss?
00:13:21: Ja da ist natürlich eine spannende Frage.
00:13:23: den Parkplatz gibt es ja auch schon wieder nicht mehr.
00:13:26: aber wenn man keine Nutzungen mehr hat dann bleibt meistens erst mal stehen Solang es nicht stört, bleibt einfach stehen.
00:13:34: und wenn jetzt die Witterung ist einigermaßen gut mit dem Main dann hält das halt auch relativ lange.
00:13:39: Dann taucht vielleicht hier... Also es war komplett zugewuchert irgendwann Jahrzehnte später die Frage des Umgangs damit auf und man findet sich vielleicht so eine gute Nutzung wie hier als Kunstkultur- und
00:13:51: Erinnerungsraum.".
00:13:53: Doch was bleibt am Ende von einem Ort, wenn er verschwindet und nicht erhalten bleiben kann?
00:13:58: Diese Frage steht am Anfang jeder Auseinandersetzung mit Denkmälern.
00:14:02: Und sie ist zentral für den Umgang mit weiteren Orten, deren Geschichte unbequem ist und gerade deshalb bewahrt werden sollte.
00:14:10: Weil Befund kann man eigentlich nur einmal zerstören.
00:14:13: Man kann ihn erhalten dann kann man ihn immer wieder hinterfragen B-Fragen.
00:14:18: wenn man ihn abnimmt dem Befund dann ist er eigentlich weg oder maximal eben gut dokumentiert.
00:14:22: Insofern sind wir in der Denkmalpflege eigentlich immer sehr vorsichtig und versuchen lieber mehr Spuren zu erhalten, damit vielleicht auch mal nach kommende Generationen noch einmal mehr draus lesen können.
00:14:30: Vielleicht zum Beispiel hier diese Fundamente entschlüffeln können.
00:14:33: Aber auch wir müssen ja erstmal etwas entdeckt haben und sagen so das ist ein Denk-Mal.
00:14:37: Wir jetzt nicht behaupten dass wir alle mögliche Denkmäder in Darmstadt schon entdecken hätten.
00:14:41: da gibt es vielleicht noch was wo man sich fragt wüsste er das nicht?
00:14:45: Davon gibt es sicher noch viele.
00:14:47: Aber interessieren sich die Leute überhaupt noch dafür?
00:14:51: Naja, ich freue mich wenn Menschen hier Stadtgesellschaft, Stadtbewohnerinnen sich dafür interessieren.
00:14:59: Wenn sie ihre Stadtgeschichte auf die Spur gehen das auch schätzen.
00:15:04: Manchmal nimmt man natürlich schon wahr, dass das Interesse gar nicht so groß ist.
00:15:08: Und ich glaube es ist schon relativ wichtig für uns gerade in Zeiten wo aus einer Erinnerungskultur schnell einen Füßen getreten wird und infrage gestellt wird.
00:15:17: Das sind einfach physische Objekte die kann ich erst mit denen kann ich nicht widersprechen solange sie da sind.
00:15:22: wenn sie weg sind kann ich sie natürlich auch infrage stellen.
00:15:25: deswegen finde Erinnerungskultur ist schon was Wichtiges für unsere Gesellschaft und Denkmalpflege, leistet da ein Beitrag.
00:15:31: Und so freue ich mich wenn sich viele Menschen auch interessieren und finde es eigentlich auch ganz spannend die Frage wie sollte Denk mal Pflege, Denk Mal Schutz sozusagen sich auch gesellschaftlich neu verorten und über alle Generationen hinweg Präsenz sein?
00:15:49: Vielleicht liegt die eigentliche Aufgabe eines solchen Ortes auch nicht darin Antworten zu geben.
00:15:56: Vielmehr erinnert er uns daran, dass manche Gebäude verschwinden dürfen.
00:16:01: Ihre Geschichte aber erhalten bleiben muss!
00:16:05: Was von diesem Gefängnis geblieben ist sind keine Mauern sondern Fragen.
00:16:10: Fragen die wahrscheinlich nie beantwortet werden... ...die uns aber dazu zwingen genauer hinzusehen was sich hinter der Fassade wirklich verbirgt.
00:16:23: Hinter der Fasserde das vergessene Gefängnes
00:16:27: Ein Podcastprojekt der Hochschule und der TU Darmstadt.
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