Die geheime Schatzkammer vom Kloster Eberbach
Shownotes
Einkehr und Besinnung, die Klosteranlage Eberbach steht nun schon seid fast 900 Jahren – ein Monument der mittelalterlichen Baukunst. Zwischen gepflegten Gärten ragen große Steinmauern hervor. Doch was befindet sich im Keller dieser Anlage?
Mit dem Motto der zisterzienser Mönche „Unsere Tür steht offen, mehr noch unser Herz“ empfängt uns erst Sebastian Macho auf dem Klostergelände. Später treffen wir Kathrin Puff, wird sie uns tatsächlich zur geheimen Schatzkammer bringen?
Redaktion/Interview: Moritz Jäckel, Charlotte Heßbrügge Produktion/Schnitt: Aaron Rühl, Julius Braun Gesprächspartner: Sebastian Macho, Kathrin Puff Expertin: Lisa Horstmann Host: Sarah Eilers
Transkript anzeigen
00:00:03: Wenn
00:00:04: jemand reinkommt, ist das eine ehrliche Ehre.
00:00:07: Wir lassen hier
00:00:07: nicht jeden rein?
00:00:09: Der Alkohol,
00:00:10: der Pilzleb vom Alkohl.
00:00:12: Mit jedem Schluck erzählt dieser Wein, in dem man da trinkt
00:00:14: Geschichte.
00:00:15: Bein und Kloster sind untrennbar.
00:00:19: Sie kommen
00:00:19: zu hinter der Fassade die geheime Schatzkammer.
00:00:24: Übersanft geschwungene Straßen biegen wir bei Elthwill vom Reinofer ab.
00:00:32: Zwischen den Hügeln taucht die Anlage des Kloster Eberbach auf, Nebel verhangen und ruhig.
00:00:38: Ein Bachplätschert.
00:00:39: der Glockenturm der Basilika ragt deutlich aus dem umliegenden verschachtelten Gebäuden des Klosters heraus.
00:00:46: Das Kloster Ebabach ist allerdings kein gewöhnliches Kloster.
00:00:50: Es birgt ein Geheimnis.
00:00:53: Hier liegt nämlich eine geheime Schatzkammer.
00:00:56: Für die Öffentlichkeit ist die Kammer verschlossen.
00:00:59: Doch wir probieren heute einen Blick hineinzubekommen und rauszufinden, was dort seit Jahrhunderten aufbewahrt wird.
00:01:05: Ich fang bei Adam und Eva an oder?
00:01:07: Das ist Sebastian Macho.
00:01:09: Seit Jahrzehnte leitet er die Stiftung Kloster Eberbach.
00:01:13: Seine Arbeit sichert die Erhaltung der historischen Bausubstanz und passt sie an moderne Anforderungen
00:01:19: an.
00:01:20: Sagt das hier immer so ein bisschen erlaubbar?
00:01:21: Also es ist schon Wahnsinn, eben in dieser neunhundert Jahre alten Geschichte zu stehen und sich Pläne anzuschauen von einer Bau-Historikerin die eben dran schreibt.
00:01:31: Diese Mauer ist von twelve hundert und zwölfhundfünfzig und treizehnhundert und so.
00:01:36: Dann kann man sich ja nochmal annähernd vorstellen auch dieser Raum hier was der alles erzählen kann oder könnte.
00:01:42: Heute wird er uns durch die Klosteranlage führen uns zeigen, wie sich das Kloster über die Jahrhunderte verändert hat und hoffentlich einen Einblick in die Schatzkammer ermöglichen.
00:01:53: Wir stehen vor dem Kloster an der Außenwand des sogenannten Kapitelsaal.
00:01:57: Hier kann man jetzt schon so ein bisschen die Geschichte ablesen und hier unterstelle ich eine Pochen ablese Und deswegen mag ich den Blick hier alle auf einen Blick.
00:02:05: Also man hat quasi in der Romanik angefangen gesagt wir brauchen einen Kapitlsal.
00:02:10: So dann hat man einen romanischen Kapitlsaal gebaut Und dann ist man in der Gotik eben hundertfünfzig, zweieinhalb Jahre später dazu übergangen.
00:02:18: Es sagt naja jetzt wollen wir aber dieses gotische, dieses größere, dieses lichtdurchflutelere ja?
00:02:24: Die Romanik war doch eher etwas dunkler kleinere Fensterflächen und so weiter.
00:02:27: und die Gotik ist dann doch noch mal eine ganz andere Epoche und dementsprechend hat man sich dazu entschieden hat gesagt okay Wir wollen hier bewusst einen anderen Architekturstil integrieren und hat dann dementsprechend eben auch diesen Kapitelsaal vergrößert.
00:02:41: Plus eben ja immer noch mal das Thema, dass in der Anfangszeit deutlich weniger Mönchee hier waren als es gerade über das sehr florierende
00:02:50: XIII.,
00:02:51: XIV.
00:02:51: Jahrhundert der Fall war.
00:02:53: Da ist ja dann auch entsprechend die Brüderschaft deutlich gewachsen.
00:02:57: also von daher hat es da diese Unterschiede gegeben.
00:03:00: Die Klostergründung, Elfhundertsechsunddreißig stand unter dem Vorzeichen einer grundlegenden Reform des Klosterwesens.
00:03:07: Dies drückte sich aus in der Schlichtheit der romanischen Architektur und im konsequenten Verzicht auf jegliche ornamentale oder schmückende Elemente.
00:03:16: Lisa Horstmann ist Professorin für Architektor an der TU Darmstadt – und Expertin in Sachen Architek-Tour.
00:03:23: Im Hoch- und Spätmittelalter kam neu entwickelte gotische Bautechniken zum Einsatz für die Umgestaltung von Räumen wie dem Mönchstdormitorium oder dem Kapitelsaal.
00:03:32: Im Absolutismus des siebzehnten und achtzenten Jahrhunderts orientierten sich die Eberbacher Mönche an barocken Prachtentfaltungen.
00:03:39: Es kam zur Umgestaltung historischer Bauten, wie Mönchs Refektorium, Konversenbau und Pfortenhaus sowie zu Neubauten wie Orangerie und Abzäuschen.
00:03:48: Das
00:03:49: sehen wir in der Basilika.
00:03:50: diese Quader Steine in diesem Umfang auf diese Höhe zu bringen, da hat man Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes verrichtet.
00:04:00: Wenn man sich so ein altes Gebäude wie das Kloster anschaut, vergisst man schnell dass hier Menschen gelebt und gearbeitet haben.
00:04:07: Wie die Arbeit der damaligen Mönche aussah zeigt uns Sebastian Macho In der
00:04:12: sogenannten Fratanei Und die Fratenei ist
00:04:15: ursprünglich
00:04:16: vor allen Dingen der Arbeitsort
00:04:17: gewesen.
00:04:19: Also hier wurde entsprechend gearbeitet, vor allen Dingen geistig wissenschaftlich.
00:04:25: Dieser Raum hier ist entstanden eben im zwölften Jahrhundert oder um zwölfhundert so etwa, ausgehendes Zwölft des Anfangs XIII.
00:04:33: Jahrhundert und da war natürlich beispielsweise das Thema Buchdruck noch keines.
00:04:38: Das heißt man hat hier beispielsweise
00:04:40: Schriften
00:04:40: kopiert vervielfältigt und dementsprechend muss man sich also auch diesen Raum nochmal deutlich anders vorstellen, nämlich vor allen Dingen Lichtdurchflugschiff.
00:04:49: Hell!
00:04:50: Klar war ja eben für diese Art von Arbeit auch dann durchaus das Richtige man wollte vielleicht ein bisschen Kerzenwachs sparen oder wie auch immer.
00:04:58: und dann kommen wir eben auch wieder zu den unterschiedlichen Nutzungen.
00:05:01: Dann hat es Ende des fünfzehnten Jahrhundertes Vor allen Dingen eben dann diesen Cut gegeben indem man gesagt hat okay wir brauchen Fläche für den Wein Und so ist man dann ab höhl dazu übergegangen, diese Fenster zu vermauern.
00:05:16: Weil natürlich klar ist für die Weinproduktion brauche ich ein möglichst konstantes
00:05:21: Klima.".
00:05:21: Die Grundlage allen tisterzändischen Lebens war die Eigenwirtschaft – Ackerbau, Viehzucht und wo es möglich war, Weinbau!
00:05:30: Bereits dreißig Jahre nach der Gründung besass Eberbach neun Gutshöfe, zwei Kellereien und sogar einen Stadthof in Köln.
00:05:38: Bis twelvehundertelf kam ein weiteres Dutzend Gutshöfe hinzu.
00:05:43: Später erstreckte sich das Wirtschaftsimperium über zweihundert Außenstellen, von Vorms bis Köln.
00:05:49: So
00:05:51: jetzt sind wir im
00:05:52: Inneren des Kapitelsaal.
00:05:53: Das ist genau
00:05:54: die Stelle auf der Beführende auf der anderen Seite
00:05:57: standen.
00:05:58: also der Kapitlsaal war der Raum wo zum einen erstmal das tägliche Kapitel aus der heiligen Schrift gelesen wurde.
00:06:05: da kommt der Name her.
00:06:07: Und dann ist es aber vor allen Dingen auch der Raum gewesen, in dem gesprochen werden durfte.
00:06:11: Also wenn es darum ging sich über Themen wie Architektur, Aber auch Wein Streitigkeiten oder sonstige Dinge auszutauschen.
00:06:22: Dann war das der Ort hier wo man zusammengesessen hat und die Mönche tatsächlich auf diesen Benken hier gesessen hat.
00:06:28: wir hatten im Zuge der Sanierung hier restauratorische Voruntersuchungen, die wohl darauf schließen lassen, dass es ursprünglich mal Holzbänke waren, die hier drinnen standen.
00:06:37: Es sind noch kleine Reste gefunden worden aber dann sind sie relativ schnell auch tatsächlich in diese Steinbäncke umgerandelt worden und dementsprechend ist das der Raum, indem man wie gesagt zusammengesessen hat und beratschlagt hat oder die Kleinen und die großen Dinge besprochen
00:06:54: haben.".
00:06:54: Besonders spannend ist das Verhältnis zwischen geistlichen und baulichen Zentrum.
00:06:58: Räumlich lag der Schwerpunkt im Kreuzgang, der alle wichtigen Gebäude miteinander verbannt.
00:07:03: Liturgisch jedoch stand die Kirche – die Basilika-Mittelpunkte des Klosterlebens als geistliches Herz der Anlage.
00:07:10: So jetzt sind wir in der Basilika und somit ist man dem Hauptzwecke nachgekommen der Mönche das da war Ora et Labora natürlich also vor allem logischerweise erst mal Ora oder?
00:07:22: Also hier ging es ums Beten.
00:07:24: Es ist sehr kalt in der basilika.
00:07:27: Die Raumhöhe stimmt uns erförchtig.
00:07:30: Man spürt die Geschichte, die dieser große Raum in sich trägt und dessen Zeuge wurde.
00:07:36: Es ist ruhig.
00:07:37: Wenige Hölzerne Sitzbänke sind auf dem Platz ausgerichtet wo früher vor der Sekularisation der Altar stand.
00:07:44: Das ist jetzt mit Sicherheit nicht mehr die primäre Nutzung?
00:07:47: gar keine Frage.
00:07:49: Aber trotzdem kann es natürlich auch so genutzt werden weil Und das ist ja völlig klar immer auch in diesem Kontext stehen wird und auch so stehen soll.
00:07:59: Das ist ja Wahnsinn, das in irgendeiner Art und Weise zu leugnen oder was anderes daraus machen zu wollen.
00:08:06: Das würde überhaupt nicht funktionieren.
00:08:08: dementsprechend.".
00:08:09: Fast sieben Jahrhunderte lang diente das Kloster als Zisterzenserabteil – das Denken der Aufklärung schließlich bereitete dem Boden für die Säkularisierung vieler Zisterzerklöster, die als überholt galten.
00:08:24: Teile der Gebäude wurden als staatlicher Weinbaubetrieb weitergeführt, während viele andere Abteilen vervielen oder abgerissen wurden.
00:08:32: Man hat tatsächlich schon richtig Tabularaser gemacht.
00:08:35: Man muss sich das auch vorstellen, dass hier verschiedene Altäre hier standen.
00:08:39: und dementsprechend was Gemälde angeht
00:08:43: usw.,
00:08:43: man hat hier schon richtig ausgeräumt.
00:08:47: Das definitiv!
00:08:48: Zwischen III.
00:08:50: und XV.
00:08:51: kam es in Eberbach zur Teilniederlegung des Kreuzgangs, zu Verschleuderungen des Inventars.
00:08:56: Von XIII.
00:08:57: bis XIX.
00:08:59: dienten Bereiche als Strafanstalt später als Gefängnis parallel als Nervenheil-Anstalt bis XIIIIX.
00:09:06: XIIIVI nahm Preußen das Herzzuktum Nassau im Besitz und übernahm damit auch die Verwaltung des Klosters Eberbach.
00:09:26: Durch einen dunklen Sakral anmutenden Raum Begleitet durch den Duft feuchter, modriger Luft werden wir zu einer kleinen und scheinbaren Gittertür geführt.
00:09:37: Diese wird nur zur besonderen Anlassung geöffnet und führt direkt in die Schatzkammer.
00:09:42: Der einzige Raum für den ich keinen Schlüssel habe ist auch gut so!
00:09:46: Also wenn hier jemand reinkommt dann ist das eh schon eine ziemliche Erbe.
00:09:50: Wir lassen hier nicht jeden rein.
00:09:51: Das ist die Chef-Innologin Katrin Puff.
00:09:55: Als Kellermeisterin des Klosterweinguts hat sie den Schlüssel zum Schatzkamer Und wir können unser Glück kaum fassen.
00:10:02: Sie schließt uns tatsächlich die Gitterkürze, Schatzkammer auf!
00:10:10: Wir stehen in einem niedrigen, gewölbten und schwach beleuchteten Raum.
00:10:15: An den Wänden um uns herum stapeln sich in Regalen bis an die Decke hunderte Flaschen Wein.
00:10:21: Man merkt dem Raum die Jahrhunderte an Geschichte an, die er hinter sich
00:10:25: hat.
00:10:29: Wer
00:10:31: kennt eigentlich den Inhalt hier genau?
00:10:32: Nur ganz wenige.
00:10:37: Du bist eine der Wenigen.
00:10:39: Ja, toll!
00:10:41: Ist halt immer wieder etwas Besonderes wenn man hier
00:10:44: hingeht
00:10:47: und einen Wein trinkt, der tatsächlich dann auch mal älter ist
00:10:49: wie man selber.
00:10:50: Im fünften Jahrhundert war das Eberbacher Weingut das größte auf deutschsprachigem Gebiet.
00:10:55: Der Lös aus dem Weinbau macht je nach Jahrgang bis zu drei Viertel der Gesamtheinnahmen aus.
00:11:00: Eine wirtschaftliche Macht, durch die das Kloster Eberbach maßgeblich Einfluss auf reingauische und deutsche Weinkultur ausübte.
00:11:08: III erfasste die Säkularisierung des Kloster.
00:11:12: Während das geistliche Leben endete, lebte die Pflege des Weinbaus fort – sogar intensiver!
00:11:19: Der Grundstock der Weinberge wurde vermehrt.
00:11:22: Eberbacher Weine wurden bald zum festen Bestandteil an den Tafeln europäischer Adelshäuser.
00:11:27: Alle weltlichen Nachfolger der Mönche wuchsen in deren Rolle hinein und sahen sich der siebenhundertjährigen Tradition verpflichtet.
00:11:56: von jedem Jahrzehnt ein Fläschchen Wein.
00:12:00: Die Zwanzigerjahre waren, da haben wir glaube ich zwanzig-einzwanzig, nicht so viel weil da waren ja die Franzosen mal kurz hier und deswegen die Jahrgänge fehlen uns.
00:12:12: und als sechsundsechzig hier hätte von Assau geflohen ist hat er die Schatzkammer mitgenommen.
00:12:17: also da fehlt uns tatsächlich auch der Jahrgang aber ansonsten haben wir so gut wie lückenlos aus jedem Jahrgang.
00:12:27: Katrin erzählt uns, dass sie versuchen jedes Jahr etwas von den wichtigsten Lagen bei sich einzulagern.
00:12:34: Bevor die Weine wirklich in der Schatzkammer lagern dürfen werden sie allerdings in einem anderen Weinkeller eingelagert und es wird sich über fünf bis sechs Jahre angeschaut wie sich der Wein entwickelt.
00:12:46: erst dann darf der Wein für die nächsten Jahrzehnte.
00:12:49: in der
00:12:56: War es interessant zu sehen, vor hundert Jahren.
00:12:59: wie hat das geschmeckt?
00:13:00: Oder vor fünfzig oder vierzig Jahren.
00:13:03: Da sieht man dann auch immer wieder in roten Faden.
00:13:06: also die Lage die kommt durch Und das ist sicherlich eine ganz tolle Erfahrung, wenn man dann auch natürlich daraus Inspiration ziehen möchte für den Weinausbau.
00:13:16: Dass hier praktisch eine flüssige DNA von uns ist – die Bibliothek!
00:13:22: Ab und an greift man mal drauf zurück.
00:13:24: Also in Ältesten habe ich probiert, da waren ein Achtzehnmal Zweien, Achtziger Asthma-Zerhöllnberg der auch immer noch sehr gut darstand und dem besten Riesling, Aachzehnundneinzig Und das durchaus möglich.
00:13:37: Da wird man halt auch schon sehr demütig, den ganzen Gegenüber.
00:13:41: Mit jedem Schluck erzählt dieser Wein, in dem man da trinkt Geschichte.
00:13:45: Und mit dem nötigen Kleingeld kann man dieses Stück Geschichte sogar kaufen?
00:13:50: Die Weine aus der Schatzkammer können ersteigert werden, wobei die Erlöse gemeindet sind.
00:13:54: Wir haben eigentlich nie
00:13:56: einen Blick bis wohin es geht.
00:13:58: Aber wir kennen
00:14:00: ein,
00:14:01: zwei, drei Leute, die so was ... gerne haben und gerne auch mitsteigern.
00:14:07: Die werden vorab schon informiert, dann ergibt es sich natürlich weil man weiß nie wer im Saal sitzt oder wer online mitbietet da auch nochmal eine Dynamik
00:14:19: heran.
00:14:19: Aber das ist genau die Dynamik!
00:14:21: Das ist was dann glaube ich so spannend
00:14:23: macht.
00:14:23: Also letztes Jahr... Es war dieser Fünfundzwanziger irgendwann mal bei viertausend Euro, da waren sie fast schon.
00:14:32: und beim zweiten.
00:14:33: Da haben wir alle schon geschluckt, aber auf einmal legte das wieder los.
00:14:36: Da kamen auf einmal online ein paar Leute zu und dann hat sich das bis elftausende Euro geschickt.
00:14:42: Das weiß man halt nicht.
00:14:43: Ein bisschen Spannung ist
00:14:44: mit dabei.
00:14:46: Wer auf dem Weingut Eberbach einen Wein ersteigert kann sich sicher sein dass dieser Wein vorher exzellent gelagert.
00:14:55: Also wenn jemand hier eine Flasche weinkauft, dann ist das die optimale Lagerung.
00:15:00: Meistens dunkel oder nicht so viel künstliches Licht, optimale Furchtigkeit und vor allen Dingen immer eine konstante Temperatur, die auch nicht zu heiß ist.
00:15:08: Wir sind das hier, dreizehn Grad zwölf Grad!
00:15:10: Und das ist halt super, um so ein Wein zu reifen.
00:15:15: Also weiß man ganz einfach, der war unter optimalen Bedingungen hier bei uns in der Schatzkammer und wurde gelegt und gepflegt alle vierzehn Jahre umgekorkt.
00:15:23: Wir schauen ob der Stand noch richtig ist also wir kümmern uns um diese
00:15:26: Flaschen.".
00:15:27: Was uns direkt am Anfang in der schatzkamme auffällt dass die Wände des Raumes größtenteils schwarz verfärbt sind und sich Teile dieser Fläche von den Wänden lösen
00:15:37: Das ist der Pilz.
00:15:39: Leider schon anfängt zu bröckeln, weil so viel Alkohol schwebt hier nicht mehr in der
00:15:42: Luft.".
00:15:42: Der Schimmelpilz auch Kellertuch genannt bildet grau-schwarze samtige Belege auf Wänden und lebt von Feuchtigkeit organischen Stoffe und Alkuhldämpfen aus der Weinreifung.
00:15:53: Ja, Alkohol, ne?
00:15:54: Der Pilz lebt vom Alkuhola!
00:15:56: Die gibt es überall da wo in kleinen Mengen Alkohl in der Luft ist.
00:16:00: diese Feuchtigkeit, diese Atmosphäre und dementsprechend also wie gesagt wir nennen das ja auch liebevoll das Kellertuch Es ist einfach auch ein Zeichen der Qualität.
00:16:12: wenn sich dieser Pilz hier wohlfühlt bedeutet dass das auch eine gute Umgebung ist für zum Beispiel Holzfässer oder so einen Flaschenlager wenn Korken drauf ist, weil es gibt eine gewisse Luftfeuchtigkeit da und auch eine bestimmte Temperatur gegeben.
00:16:31: Ertritt in Weinkeller mit Achtzig bis ninety-fünf Prozent Luftfeuchthigkeit und Temperaturen um die zwölf
00:16:36: Grad auf.
00:16:37: Der Pilz produziert keine bekannten Mykotoxine und stellt für gesunde Menschen kein akutes Gesundheitsrisiko dar.
00:16:44: Bei Allergikern oder Asmatikan können Sporen jedoch Reizungen der Atemwege auslösen.
00:16:50: Technisch stabilisiert er das Mikro-Klima, in dem Erfeuchtigkeit puffert.
00:16:54: Für die Bausumstanz ist der unbedenklich.
00:16:57: Es ist für uns kein Thema zu sagen wir nehmen ihn jetzt ab oder so was weil dafür ist es ja allein schon ein viel zu großes Zeitzeugnis und eben auch entsprechend logischerweise das Qualitätsmerkmal.
00:17:08: Wir behalten ihn solange wie er bei
00:17:10: uns bleiben möchte.
00:17:11: Spätestens in diesem Raum spürt man wie weit die Geschichte dieses Ortes zurückreicht.
00:17:17: Hier könnte man Zeit tatsächlich
00:17:19: schmecken,
00:17:20: wenn man einen älteren Weinjaggern probiert.
00:17:24: Über die Jahre hat sich die Nutzung der Klosteranlage grundlegend geändert.
00:17:29: Früher lebten hier Mönche nach Ora et Labora.
00:17:33: Heute arbeiten Angestellte wie Sebastian Macho
00:17:35: und Katrin Puff
00:17:36: in der Kloste Anlage.
00:17:38: Sie gehören nun auch zur jahrhundertenlangen Tradition des Klosters.
00:17:42: Wir sind Bestandteil Sebastian und ich einer fast neun-hundertjährigen Geschichte, auch wenn wir da nur einen kleinen Anteil dazu haben.
00:17:51: Aber das erfüllt einen generell mit Stolz ob er jetzt hier mit der Schatzkammer arbeitet oder nicht.
00:17:56: Generell wenn man fürs Kloster arbeitet glaube ich sind wir alle unheimlich inspiriert von dieser Historie und es macht einem schon sehr demütig Und ich möchte natürlich mit Stolz weiterführen.
00:18:09: Auf jeden Fall, da kann ich von jedem hier reden der hier arbeitet das genau dass uns hier praktisch motiviert.
00:18:25: Das war hinter der Fassade die geheime Schatzkammer
00:18:29: Ein Podcastprojekt der Hochschule und der TU Darmstadt.
Neuer Kommentar