Die Spitzbunker von Darmstadt

Shownotes

Verborgen, massiv und irgendwie rätselhaft. Hinter dem Recyclinghof in einem Darmstädter Industriegebiet steht ein Spitzbunker aus dem zweiten Weltkrieg. Doch was verbirgt sich hinter der schweren Tür? Gemeinsam mit Franzi erkunden wir in dieser Folge ein Relikt aus einer Zeit, die uns heute sehr fremd vorkommt. Wie hat sich die Perspektive auf den Bunker im Lauf der Jahre gewandelt? Und kann es gelingen dem Mahnmal eine neue Bedeutung zu geben?

Redaktion und Produktion: Elisbeth Kinkenberg, Valentin Brockmann, Dorian Darms Host: Lisa Horstmann

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00:00:03: Gebäude sind mehr als eine Ansammlung von Putz und Stein.

00:00:06: Sie erzählen Geschichten, bewahren Erinnerungen und sind Zeugen bewegender Ereignisse.

00:00:12: Mein Name ist Lisa Horstmann Ich bin Kunsthistorikerin Und in diesem Podcast gehe ich gemeinsam mit meinen Studierenden und euch auf Entdeckungsreise.

00:00:21: Gemeinsam entdecken wir Architektur zwischen persönlicher Erfahrung und historischer Bedeutung.

00:00:26: Wir kommen bei Hinter der Fassade Architek-Tour.

00:00:29: Geschichte Zwischen Stein und Stimme.

00:00:33: Wie klingt ein Bunker?

00:00:35: Heute begeben wir uns hinter die Fassade eines Bauwerks.

00:00:37: das Meer ist als bloße Architektur, ein Echo der Geschichte.

00:00:45: Heute nimmt Franzi uns mit in einen Bunkern in Darmstadt.

00:00:49: Ja meine Erwartungen so... bisschen weiß man ja schon vielleicht.

00:00:55: naja eigentlich weiß man nicht worauf man sich heilen lässt oder was da kommt.

00:00:58: ich erwarte irgendwie was Massives auch was Verstecktes das Alters dass es innen wahrscheinlich schon irgendwie dunkel ist und vielleicht auch klein ist und nicht so angenehm ist.

00:01:13: So, jetzt laufe ich ja einmal an der Kreuzung rechts und sehe tatsächlich schon hinter dem grünen Wasser vorblitzen eine kleine Spitze einem Dach das sich hervorhebt bisher seh' ich nur Beton und Graubraun dass sich irgendwie das Dach so ein bisschen abhebt und nochmal so eine Spitze, so einen dreiecksförmige Kegel eigentlich

00:01:41: oben befindet.

00:01:42: Und es dann eben spitzzuläuft.

00:01:49: Ich sehe die Tür ausgehebelt also frage ich mich ob ich überhaupt einen Schlüssel brauche weil mir ja ein Schlüssel in die Hand gedrückt wird Sieht aber auch eher aus als wäre die Tür nachträglich eingebaut worden Sieht so ein bißchen neuer aus Und ich sehe auch schon so ein bisschen in den Bunkereien.

00:02:08: So einen

00:02:09: dunklen Gang, sieht jetzt aber nicht super einladend aus!

00:02:12: Ich weiß nicht, ob ich direkt reintreten will oder ob es eher halb acht ist und ich erst mal noch etwas warte.

00:02:20: Ja was ist das für ein Bauwerk?

00:02:23: Ein massiver Fensterloser-Turm aus Stahlbeton – zwanzig Meter hoch zwei meter dicke Wände gebaut, neunzehntneununddreißig.

00:02:33: Es ist dein sogenannte Spitzbunker.

00:02:35: Heute findet man ihn in Darmstadt auf dem sogenannten Knellgelände direkt am Recyclinghof.

00:02:40: Seine Geschichte beginnt im Zweiten Weltkrieg.

00:02:44: Franzi ist direkt die Kegelfirme-Gespitze des Bunkers aufgefallen.

00:02:48: Wegen seiner speziellen Form nannte man ihn auch Betonzigarre oder Zuckerhut.

00:02:53: Entworfen wurde er von einem Düsseldorfer Architekten Leo Winkel, er entwickelte sogenannte Winkeltürme.

00:02:58: das ist eine spezielle Bunkerform, eine kreisrunde Grundfläche ein sich nach oben verjüngender Turm ohne Fenster und ein konisch-spitzzulaufendes Dach.

00:03:08: Durch diese Form sollten die Bomben am Turm abgleiten, nicht auf oder an diesen detonieren.

00:03:14: Seine Bauweise folgt einem klaren Prinzip – Zweckmäßigkeit, Schutz, Masse.

00:03:19: Die Form unserer Betonziegare folgt ausschließlich ihrer Funktion ohne einen ästhetischen Anspruch.

00:03:27: Wie ein Fremdkörper steht der Hochbunker heute zwischen Bäumen, Asphalt & Straßenlärm auf einem kleinen Stück Grün?

00:03:34: Damals In Zweiten Weltkrieg war er Teil eines großen Plans.

00:03:38: Ein System aus Schutzbauten, Fluchtwegen und Sammelpunkten.

00:03:42: Die NS-Regierung plante flächendeckend.

00:03:45: Bunker wurden zur Infrastruktur der Heimatfront.

00:03:48: Jeder Stadtteil bekam zugewiesen wie viele Menschen geschützt werden sollten oder mussten.

00:03:54: Auch Darmstadt wurde in sogenannte Luftschutzabschnitte unterteilt.

00:03:58: Der Bau der Bunkers war recht früh Er und die Front noch weit weg.

00:04:02: Man könnte sich da schon fragen, ging es hier wirklich um den technischen Schutz?

00:04:06: Oder hatten diese Bauten auch eine andere Funktion als Zeichen.

00:04:10: Als Botschaft.

00:04:12: Bunker wie diese sind zweifellos technische Innovationen.

00:04:16: Ihre Form war neu ihr Material fortschrittlich Ihr Zweck eindeutig Aber im Stadtraum waren sie unübersehbar.

00:04:23: Sie signalisierten Wehrhaftigkeit Kontrolle Vorbereitung Und das zu einem ganz frühen Zeitpunkt Ja und sie machten sichtbar, der Staat ist da.

00:04:33: Der Staat schützt zumindest diejenigen den er schützen will.

00:04:38: Es gab etwa thirty-fünf Bunker in Darmstadt darunter Hochbunker, Tiefbunkern oder Luftschutzkeller.

00:04:44: Viele wurden nach dem Krieg gesprengt oder umgebaut.

00:04:47: Einige wie dieser stehen immer noch.

00:04:51: Heute wirkt der Bunkers wie ein Relikt fast surreal Erinnert an eine vergangene Zeit Wie einen Mahnmal obwohl er nie als solches gedacht

00:05:00: war.

00:05:01: Wollen wir mal einen Blick ins Innere werfen?

00:05:05: Ich hab das Taschenbampe und das Schloss in der Hand, weil ich mir nicht so sicher bin.

00:05:10: Und nicht ... dass ich draußen lassen will, dass ich eingesperrt werde.

00:05:16: Jetzt trete ich hier durch diesen Durchgang.

00:05:24: Also, ich weiß gar nicht.

00:05:26: Worauf ich als Erstes achten soll oder schauen soll ist irgendwie ganz anders als erwartet.

00:05:34: Es ist nicht einfach nur eine Fläche, sondern es geht nach unten.

00:05:39: Es geht nach oben auf jeden Fall ausreichend für den Aufenthalt von vielen Personen.

00:05:49: und wenn ich jetzt hier so stehe und dann irgendwie auch mal drüber nachdenke dass sich Leute hier in der Krisensituation aufhalten dann fühlt sich das nicht so gut an.

00:06:06: Ich gehe jetzt eben immer die Treppen hoch einen Stock höher.

00:06:10: Ich bin jetzt schon auf Geschossen Acht und das wird auch wirklich super eng.

00:06:18: Hier komme ich ja nicht mehr weiter, ich

00:06:21: will gar

00:06:21: nicht so drüber nachdenken

00:06:23: wie sich das anfühlt.

00:06:25: Hier ist auf die Treppe noch ein Holzbank gestellt.

00:06:29: Ich fahre mit einer Hälfte von Vierundfünfzig und Vierhundertsechsundfünftig.

00:06:33: Ihr könnt mir vorstellen dass die Leute dann wirklich ihre Sitzplätze hatten und vielleicht musste man auch mal durchzählen oder Die Leute konnten sich vielleicht doch nicht so frei bewegen, sondern hatten hier in Ruhe und Ordnung zu sitzen.

00:06:57: Ich frage mich tatsächlich auch wie viel der Bunker wirklich genutzt wurde?

00:07:09: Ob er im Krieg zum Einsatz kam ist unklar.

00:07:13: Eine Bombe hat ihn wohl nie getroffen.

00:07:15: Im Inneren kann man sich den Ernstfall jedoch gut vorstellen.

00:07:18: die Atmosphäre ist beklemmend Die Räume tief, eng und still.

00:07:22: Kaum Licht ... kaum Orientierung.

00:07:26: Man spürt sofort!

00:07:27: Dieser Ort war nicht zum Verweilen gedacht.

00:07:30: Der Innenraum ist um eine zentrale Treppenanlage herum organisiert.

00:07:34: Eine breite flach ansteigende Wendeltreppe führt über elf Etagen spiralförmig nach oben.

00:07:41: die Hölzer in Sitzbänke waren direkt an der Treppe befestigt Jeder Platz war nummeriert...die Wände beschriftet.

00:07:48: Ruhe bewahren steht dort Im Treppenauge, heute Leere.

00:07:53: Ein tiefer Schacht durch den Turm.

00:07:56: Früher waren hier übereinander gestapelte Toiletten provisorisch eingefasst in einfache Holzverschläge.

00:08:02: Dieser Spitzbunker wurde circa neunundneinundreißig erbaut – im selben Jahr, in dem der Zweite Weltkrieg begann.

00:08:10: ein systematisch geplanter Vernichtungskrieg des NS-Regimes, und wer nicht.

00:08:24: Die NS-Regierung ließ früh bereits neunzehntsechsunddreißig Schutzbauten errichten, besonders für sogenannte systemrelevante Gruppen – Werkspersonal, Bahnpersonal-, Rüstungsindustrie-, Verwaltung.

00:08:36: die Kriegsführung sollte geschützt werden.

00:08:39: Auch dieser Bunker war nicht öffentlich zugänglich sondern ausschließlich für die Mitarbeiter der Reichsbahn des nahegelegenen Bahnausbesserungswerks gedacht.

00:08:49: Über fünfhundert Personen sollten hier im Ernstfall Schutz finden.

00:08:53: Zu diesem Zeitpunkt war Darmstadt noch unversehrt, der Krieg kam erst fünf Jahre später in die Stadt.

00:09:03: Darmstad, Elfter September.

00:09:04: nineteenhört vierundvierzig, dreieunzwanzig ufem und fünftzig.

00:09:08: Die Menschen schlafen oder versuchen es.

00:09:10: Die Stadt liegt in Dunkelheit dann sie rehen ein Rauschen das Anschwild lichter am Himmel.

00:09:16: In dieser Nacht vom elften auf den zwölften September werfen britische Flugzeuge zehntausende Brandbomben über Darmstadt ab.

00:09:22: Ein Angriff geplant mit maximaler Zerstörungskraft, enge Altstadt, Fachwerk, trockener Spätsommer.

00:09:28: Innerhalb von dreißig Minuten steht die Stadt in Flammen Die Altstadt ausgelöscht Häuser kollabieren Gassen verwandeln sich in Glut Über elf tausend Menschen sterben in dieser Nacht Sechsundsechzigtausend verlieren ihr Zuhause.

00:09:43: Nur wer Zuflucht in Bunkern oder Luftschutzkeller findet, überlebt.

00:09:52: Kriegsarchitektur – was bedeutet das?

00:09:55: Sie ist funktional technologisch durchdacht aber sie denkt den Menschen nicht als Individuum sondern als Masse.

00:10:03: Sie denkt ins Schutzräum und nicht in Lebensräumen.

00:10:07: Es ging nicht um den Menschen an sich Nicht um Würde- oder individuelles Leben Sondern um Funktion Um Aufrechterhaltung Um Reibungslosigkeit im Ausnahmezustand.

00:10:18: Dieser Bunker war für das Regime gedacht, nicht für die Gesellschaft.

00:10:23: Man baute solche Bunkern nicht aus humanitärer Sorge sondern aus strategischem Kalkül.

00:10:28: Architektur wurde zur Infrastruktur der Ideologie.

00:10:32: Die Schutzräume sollten die Maschine am Laufen halten auch unter Bomben.

00:10:37: In gewisser Weise schützen diese Mauern also nicht vor dem Krieg sondern den Kriegs selbst.

00:10:42: Sie sichern seinen Ablauf und machen deutlich Wenn nicht gebraucht wurde, blieb ungeschützt.

00:10:48: Wir erinnern uns – dieser Bunker wurde bereits zu Kriegsbeginn gebaut.

00:10:52: Andere dieser Bauart in Deutschland noch früher, bereits drei Jahre nach der Machtergreifung Hitlers.

00:10:57: Da Städte fernab der Front zu zielen werden könnten war vor Beginn des Krieges einkalkuliert.

00:11:03: Vielleicht ist genau das so bedrückend!

00:11:06: Dass man spürt wie früh dieser Krieg auch im Beton beginnt und sich in den Bauten ausdrückt.

00:11:15: Ich habe jetzt auch tatsächlich ein bisschen die Orientierung verloren, merke ich gerade.

00:11:20: Ich stehe jetzt hier tatsächlich aus so einem Befestigungsblock für einen Baustellenschild und sehe hier noch Luftballons.

00:11:29: Dreißig Jahre Tag des offenen Denkmales.

00:11:32: Ninzehundertdreinneunzig bis zweitausendundzwanzig sind scheinbar noch vier Luftballon übrig geblieben.

00:11:39: Hier ist auch ziemlich viel Graffiti an der Wand.

00:11:43: zwei kleine Hasen.

00:11:44: Der eine Hase brennt, wenn der andere Hase einen Ben ziehen kann ist und fragt mich jetzt eigentlich wirklich.

00:11:54: Der Bunker ist super verlassen.

00:11:55: hier sind keine anderen Leute.

00:11:56: ich brauche extra ein Schlüssel um hier rein zu kommen für was es eigentlich genutzt wird oder warum diese Brüstung hier ist ob's irgendwie immer wieder auf Führungen gibt ob man sich auch den Schlüssel einfach leihen kann ob hier Veranstaltungen stattfinden.

00:12:15: Auch mit den Luftballons, die ich unten gefunden habe oder ob das eben alles eher Leute sind, die eingebrochen sind.

00:12:24: Die Tür stand ja auf jeden Fall offen.

00:12:28: Das bereich mich tatsächlich so ein bisschen weil das Alter und das Neue zusammenkommen.

00:12:41: Was passiert mit Architektur wenn sie ihren Zweck verliert?

00:12:44: Wenn niemand sie nostalgisch verklärt, weil die Erinnerung unbequem ist?

00:12:49: Manche Bunker wurden gesprengt, andere stehen leer oder sind vollkommen unzugänglich.

00:12:56: Und wieder andere wie dieser werden wieder entdeckt.

00:13:00: Nach dem Krieg war die Not groß – die Städte lagen in Trümmern, tausende Menschen hatten keine Wohnung.

00:13:06: In dieser Situation wurden die Bunkers zur Notunterkunft.

00:13:09: Auf dem Schutzraum wurde ein Wohnraum.

00:13:12: Unfreiwillig und professionisch!

00:13:15: Später diente er, wie viele der Winkeltürme als Lagerraum für Werkzeuge oder Akten.

00:13:21: Seit Zwei-Tausend-Elf ist die Darmstätte Abfallwirtschaft auf dem Gelände.

00:13:25: Doch im Blick der Öffentlichkeit war der Bunker trotz seiner Sichtbarkeit lange nicht.

00:13:31: Gleichwohl war der Raum nicht ungenutzt.

00:13:33: Menschen haben ihn betreten sich darin aufgehalten.

00:13:37: Die Spuren zeigen das Alte Balance der Denkmalpflege.

00:13:41: Kabel Und ein recht neues Geländer aus Holz zeigen, der Bunker wird zumindest gelegentlich geöffnet genutzt und zugänglich gemacht.

00:13:49: Aber auch Graffiti- und Malereien an den Wänden verschiedene Gegenstände und Müll die aufgebrochene Tür verweisen darauf.

00:13:57: Der Bunkar wird nicht nur mit Erlaubnis betreten.

00:14:00: Der Bunga war bisher nie ein musealer Ort sondern einen Raum der sich immer wieder neu angeeignet wurde.

00:14:10: Was bedeutet dieser Ort im städtischen Gedächtnis?

00:14:13: Einmal im Jahr werden seine Türen offiziell geöffnet.

00:14:16: Der Schlüssel liegt bei der EAD, der städtischen Abfallwirtschaft.

00:14:20: Zusammen mit dem Denkmalschutz haben Besucherinnen jährlich die Möglichkeit einen Blick hinter die zwei Meter dicke Betonwand zu werfen – nicht als Bauwerk der Angst sondern als Ort der Erinnerung und Auseinandersetzung.

00:14:33: auch in der Literatur taucht der Bunker auf.

00:14:36: Im Kriminal-Roman Bunkermädchen des Darmstädterautoren Michael Kiebler dient der Spitzbunker als Schauplatz eines Verbrechens.

00:14:44: Kann man den Ort auch hören?

00:14:46: Genau mit dieser Frage hat sich Arne Gieshoff beschäftigt, erst freischaffender Komponist, Klangforscher und Dozent an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt.

00:14:56: Seit Jahrzehnte wird er sich dem Darmstäther Spitz bunker.

00:15:00: Es entsteht ein Klangprojekt namens Music for Concrete Structure.

00:15:04: Ich habe mit Arne darüber gesprochen, was ihn am Bunker bewegt und was seine Arbeit antreibt.

00:15:10: Wie klingt ein Ort der für das Schweigen gebaut wurde?

00:15:34: Was mich interessiert, ist die Tatsache dass wir Geschichten zu diesen Orten von meinen zu haben.

00:15:42: Also wo ich hängen geblieben bin ist die tatsache das es eben viele viele Menschen gab die in diese orte und in diesem Ort ganz spezifisch nicht rein durften nämlich zwangsarbeiterinnen die auch auf dem Gelände den Reichsbahnausbesserungswerk beschäftigt waren die natürlich sowieso unheimlich schlecht behandelt wurden in Darmstadt Aber eben auch diese Orte nicht aufsuchen dürfen, sondern dann zum Beispiel bei der Brandnacht.

00:16:06: Dass die natürlich dem ganzen noch schutzlose ausgeliefert waren.

00:16:11: Also ich komme ursprünglich von einer Musik, die sehr stark für Konzertsäle gedacht und konzipiert ist Und mit diesem Shift hin zu einem offenen Arbeiten kamen auch viel mehr Technologie-Feldaufnahmen von Orten Mit in meine Arbeit Hinein, das ist jetzt gerade bei dem Bunker.

00:16:31: Also dass ich eher mit so einem pseudoarchäologischen Ansatz daran gehe und versuche erst mal den Ort als solch in irgendeiner Form mit ausgedachten Untersuchungsritualen zu erforschen aber nicht eben auch Geschichten versuchen aufzudecken und ja sowas die Dinge die vielleicht auch nichts mehr präsent sind oder nicht erzählt werden können mitzudenken oder erfahrbar zu machen.

00:16:59: Eines der ersten bewussten Male, die ich dort war, da war ich draußen, waren Proberlange.

00:17:04: Das sind ja alle paar Wochen hier und einmal durch Zufall war es auch als ich drin war Und das ist rein klanglich ziemlich interessant.

00:17:11: aber es ist natürlich einfach durch das was dann nochmal auf einer klanglichen Ebene bedeutend super

00:17:16: bedrückend.

00:17:17: Ansonsten fühlt man sich ja

00:17:20: Ja

00:17:20: keine Ahnung wie soll man sagen irgendwie geschützt und auf eine ganz komische Art und Weise

00:17:26: behütet.

00:17:27: Es ist wie so eine Überlebensmaschine, aber auch sowas wie ne Haut die sich um einen irgendwie legt.

00:17:36: Also ich bin kein Experte in Erinnerungskultur oder auch in Architektur-Geschichte.

00:17:41: Ich komme da ja wirklich als Amateur mit der Komponistenbrille dran und das gehört hier auch dazu zu einem Projekt dass man drüber spricht und diese Geschichten erzählt um diese musikalische.

00:17:57: das ist etwas, was mich nachhaltig beschäftigt und mitnimmt.

00:18:01: Also sollten wir nicht alle irgendwie eine Neugierer haben auch diesen Orten?

00:18:05: Und vielleicht auch Dinge tun die dem etwas entgegensetzen?

00:18:09: Vielleicht auf ganz spielerische Art und Weise... Aber das ist das, was ich den Bunkern in den Mund lege.

00:18:16: Da hat jeder der sich hart oder zutrefferschaft hört dann vielleicht was ganz Eigenes.

00:18:23: Hoffentlich!

00:18:31: Auch Auseinandersetzung.

00:18:33: Aus unterschiedlichen Perspektiven wird der Bunker entdeckt, und dadurch die Geschichte Darmstadtz – und letztlich unsere Geschichte!

00:18:43: Und vielleicht ist es gut dass dieser Ort uns heute so fremd vorkommt?

00:18:47: Denn wir sind zumindest für den Moment nicht mehr gezwungen ihn zu nutzen.

00:18:52: Aus dem Bunkern einem ehemaligen Schutzraum für systemrelevante Personen im Krieg Perspektiven und Konzepte geworden.

00:19:03: Letztlich ist der Bunker, der rein funktional konstruiert wurde wieder zum Raum für die Darmstädterinnen geworden.

00:19:10: Sie haben ihn sich auf unterschiedliche Art zurückerobert Wieder entdeckt Sich gemeinsam erinnert Und ihn neu beschrieben.

00:19:18: Aus dem Schutzraum wurde doch ein Lebensraum Wie Ahne es vormacht.

00:19:23: Es lohnt sich hinzuhören welche Geschichte uns Gebäude und Orte erzählen Oder welche Geschichten die Menschen über die Orte erzählen.

00:19:35: Das war Hinter der Fassade, Architekturgeschichte zwischen Stein und Stimme.

00:19:40: Es sprachen Lisa Horstmann und Franziska Leicht Produktion Elisabeth Klingenberg Valentin Brockmann und Dorian Darms.

00:19:50: Besonderer Dank an Clemens Brünenberg und Arne Gieshoff.

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