Das Kellerlabyrinth von Oppenheim
Shownotes
Oppenheim. Eine idyllische Stadt am Rhein. Wenn man hier so langläuft, deutet nichts darauf hin, was sich Meter unter dem Kopfsteinpflaster verbirgt.
Zusammen mit Gästebegleiter Thomas Ehlke begeben wir uns auf eine Reise durch die letzten Jahrhunderte und erkunden das Oppenheimer Kellerlabyrinth. Ein System, das fast vergessen wurde. Aber wieso rückte die unterirdische Stadt plötzlich wieder in den Fokus? Welche Geschichten verbergen sich in den dunklen Gängen? Auf diese Spuren werden wir uns heute gemeinsam begeben! Also Helm auf, Taschenlampe an und immer schön in der Gruppe bleiben…
Wer jetzt Lust bekommen hat, auch mal in die unterirdische Stadt abzutauchen - Führungen kann man hier buchen.
Das Kellerlabyrinth von Oppenheim. Die unterirdische Stadt Redaktion/Interview: Mattea Katzenmayer Produktion/Schnitt: Oleh Kharov Recherche/Organisation: Anni Yu und Chen Chen Gesprächspartner: Thomas Ehlke Host: Sarah Ehlers
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00:00:02:
00:00:04: Ja, das wissen viele nicht.
00:00:06: In den Achtzigern wurden hier die Straßen mit Holzstämmen verbarrikadiert – zur Sicherheit falls alles zusammenstürzt.
00:00:17: Mit unserer Expertin Lisa, Professorin an der TU Darmstadt erfahren wir heute etwas über einen Ort, der für die meisten verborgen bleibt.
00:00:26: Heute muss niemand mehr Angst haben.
00:00:28: Heute ist die Situation sehr gut im Griff.
00:00:30: Früher war das jedoch anders.
00:00:32: Das war damals schon eine große Nummer, weil nämlich damals hat sich die unterirdische Stadt wirklich so nochmals massiv in Erinnerung gebracht.
00:00:40: Also wird das da was nicht
00:00:41: stimmt?
00:00:42: Wir kommen zu hinter der Fassade – das Kellerlabyrinth von Oppenheim Die unterirdisches Stadt Oppenheimer Eine idyllische Stadt am Rhein.
00:00:55: Wenn man hier solange läuft Deutet nichts darauf hin, was sich Meter unter dem Kopfstellenpflaster verbirgt.
00:01:02: Wir treffen Gästebegleiter Thomas Ehlke.
00:01:05: Herzlich willkommen in der unterelten Stadt
00:01:08: Oppenheim im
00:01:10: berühmten Kelleller-Berend.
00:01:11: Bevor wir starten gibt es ein paar kleine Hinweise.
00:01:15: Wir haben Helme auf dem Kopf.
00:01:16: die tragen wir nicht umsonst weil wenn man immer oben drauf fasst dann merkt er das ist ein bisschen rau und dieses Raue kommt daher.
00:01:24: Ja, wie soll ich sagen?
00:01:25: Die sind halt in Gebrauch.
00:01:27: Wir werden unterwegs ab und an Maßung klackendes Geräusch hören!
00:01:31: Und dieses klackende Geräuschen entsteht immer dann wenn Plastik auf Stein trifft.
00:01:35: Plastikkaufstein?
00:01:36: Helme zur
00:01:37: Sicherheit?!
00:01:38: Wir begeben uns heute auf eine Reise durch die letzten Jahrhunderte... ...und erkunden das Oppenheimer Kellerlabyrinth.
00:01:45: Ein unterirdisches System, dass fast vergessen wurde.
00:01:49: Aber wieso rückte die unterirdische Stadt plötzlich wieder in den Fokus?
00:01:53: Und welche Geschichten verbergen sich in den dunklen Gängen?
00:01:57: Auf diese Spuren werden wir uns heute begeben.
00:02:00: Das Oppenheimer Kellerlabyrinth ist ein weit verzweigtes Kellersystem unter der Altstadt.
00:02:05: Es ist nicht auf einmal entstanden, sondern hat sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt.
00:02:10: aus vielen einzelnen Kellern die nach und nach durch Gänge miteinander verbunden wurden Zählt man die bekannten Abschnitte zusammen ergibt sich eine Gesamtlänge von rund fünf und dreißig Kilometern.
00:02:20: Man kann also fast einen Marathon unter der Erde rennen, wenn man will.
00:02:23: Damit gehört das Kellerlabyrinth in Oppenheim zu den größten unterirdischen Anlagen dieser Art.
00:02:29: Bevor wir aber in das unterirdische Labyrinth einsteigen, zeigt uns Thomas einen groben Plan der Gänge.
00:02:36: Damit ihr mal nen Begriff habt wie verschachtelt es im Einzelnen ist.
00:02:40: Also das sind mehrere Ebenen die so in den Berg reingekraben sind.
00:02:44: Wir werden hier oben gleich einsteigend und dann laufen wir wieder zurück zum Rathaus.
00:02:49: Aber bitte bei der Gruppe bleiben, weil sonst kann ich für nichts garantieren.
00:02:53: Wir sind die letzte Gruppe, die heute läuft und die nächste kommt erst wieder ein paar Tage und da unten gibt es nix zu essen oder zu trinken.
00:02:59: Ich kann euch aber beruhigen!
00:03:01: Ich mache schon seit zweiundzwanzig Jahren diese Führung hier im Keller Und es ist beim meinen Führungen noch nie was passiert und wir fangen heute auch nicht damit an.
00:03:11: Na gut dann lass das Abenteuer beginnen.
00:03:15: Im sevzehnten Jahrhundert Genauer, sixteenhundertneunundachtzig wurde Oppenheim von französischen Truppen fast vollständig zerstört und niedergebrannt.
00:03:24: Das geschah während des pfälzischen Erbfolgekriegs als europäische Mächte um Einfluss- und Gebiete am Rheinstritten.
00:03:31: Nach der Zerstörung der Stadt verloren viele Keller ihre Funktion – sie wurden verfüllt überbaut oder schlicht vergessen.
00:03:38: Erst im zwanzigsten Jahrhundert machten wiederkernte Einstürze deutlich dass der Untergrund weiterhin Einfluß auf die Stadt ausübte.
00:03:46: Die erneute Auseinandersetzung mit dem Kellerlabyrinth wurde damit zu einer Frage der Sicherheit für die Stadt und ihre Bewohner.
00:03:52: Da hat der Stadtrat damals gesagt, wir müssen dringend handeln, damit unsere oberirdische Stadt nicht eines Tages zusammen kracht.
00:04:01: Denn die unterirdische da scheint was im Argen zu liegen.
00:04:04: Wir lieben ob man mehr.
00:04:05: was hier unter eurer Altstadt habt ist kultur- und bauhistorisch weltweit einzigartig.
00:04:16: Wir merken schon bei den ersten Treffen, die Stühle sind unterschiedlich groß.
00:04:21: Und es ist schon ein Challenge hier überhaupt runterzukommen.
00:04:23: Direkt im ersten Raum des Kellerlaborins fällt uns ein großes Bild eines Polizeiautos auf.
00:04:29: Wir fragen, was es damit aufsichert?
00:04:32: Dieses Foto ging damals quer durch den deutschen Blätterwald.
00:04:35: Die ganzen Kollegen von Brent und auch Fansehen usw.
00:04:39: haben dieses Bild gebracht.
00:04:40: Wir sehen eine Szene, dritter November, aus dem Jahr Vier Uhr dreißig morgens Pilgeisberggasse, Oppenheim.
00:04:49: Die Anwohner hören ein Rumpeln und Rauschen um Kriegens mit der Angst zu tun.
00:04:54: Und wenn man es mit der angst zu tun bekommen ruft man auch heute noch die Polizei.
00:05:00: Die Polizei kam und wurde hier unten an der Anwendung der Straße von einem Anwohner aufgehalten, der hat gesagt Leute fahrt er mal besser nicht hoch da rauscht so rumpelt so komisch könnte gefährlich sein.
00:05:13: Der Polizist am Steuer hat gesagt Wir sind die Polizei, wir fahren überall hin.
00:05:18: Hätte er mal besser nicht gesagt denn an dieser Stelle hier auf die das Foto gerade zeigt ist das Auto durch die Straßenbdecke gebrochen.
00:05:25: Die Polizisten erschrocken aber Gott sei Dank unverletzt mussten aus ihrer misslichen Situation von den Nachbarn befreit werden und der Blick wurde frei auf ein großes Loch.
00:05:39: solche Tagesbrüche und ähnliche Vorkommnisse hatten wir zwischen nineteenhundertsebzig und neunzehnhundertfünfundundachtzig insgesamt siebenundzwanzig im Bereich der Alt- und Vorstadt.
00:05:51: Der Einsturz machte sichtbar, wie es stark Müll- und Schutzschichten die Statik des lange vergessenen Kellersystems beeinträchtigt hatten.
00:05:58: Über Jahrzehnte waren diese Verfüllung unkontrolliert entstanden und wurden durch Eindringen des Wasser weiter geschwächt – etwa bei Wasserrohrbrüchen.
00:06:06: Die Einstürze machten deutlich, dass der Untergrund nicht nur ein historisches Relikt war sondern ein reales Risiko darstellte.
00:06:13: Genau diese Einstörze führten schließlich zur umfassenden Untersuchung und Sanierung durch die Stadt Oppenheim.
00:06:32: Ab und an findet sich immer noch mal einen Hohlraum, ein Keller entgangen von dem bis lang niemand was gewusst
00:06:37: hat.
00:06:38: Die Altstadt von Oppenheim liegt auf einem Löshang.
00:06:41: Lös ist ein feinköniges eiszeitliches Sediment aus Sand und Lehm das sich relativ leicht bearbeiten lässt und zugleich eine hohe Stabilität besitzt.
00:06:49: Diese Eigenschaften machten den Untergrund besonders geeignet für den Bau von Kellern und unterirdischen Gängen.
00:06:55: Aber wie entstanden die Keller eigentlich?
00:06:58: Und wieso gruben sich die Oppenheimer immer tiefer ins Erdreich?
00:07:02: Oppenheim liegt am Rhein und das hat die Stadt früh geprägt.
00:07:06: Schon in Mittelalter war sie ein wichtiger Handelsplatz, Schiffe legten an, Waren wurden umgeschlagen, gelagert und weiterverkauft.
00:07:14: Als Oppenhelm das Marktrecht erhielt und später zur Freien Reichstadt wurde, wuchs ihre Bedeutung noch einmal deutlich.
00:07:21: Die Stadt war nun direkt dem Kaiser unterstellt und wirtschaftlich privilegiert.
00:07:26: Handel wurde zum Motor ihrer Entwicklung.
00:07:29: Besonders prägend dabei war das Stapelrecht.
00:07:32: Es bedeutete, dass durchreisende Kaufleute ihre Waren nicht einfach weiter transportieren durften.
00:07:37: Sie mussten anhalten, ihre Güter in Oppenheim ausladen und für eine bestimmte Zeit vor Ort lagern und anbieten.
00:07:44: Für die Stadt brachte das Einnahmen – für die Händler zusätzliche Wege Und für Oppenheimer vor allem einen wachsenden Bedarf am Lagerraum.
00:07:53: Innerhalb der Stadtmauern war dieser Raum knapp.
00:07:56: Ein Ausbau nach außen hätte die geschützte Lager am Hang geschwächt, also verlagerte sich der Ausbau noch unten.
00:08:03: Unter der Stadt entstanden zunächst einfache Keller für Wein- und Handelsgüter, die über Generationen hinweg erweitert, vertieft und miteinander verbunden wurden.
00:08:12: So entwickelte sich unter Oppenheim nach und nach das Kellerlabyrinth.
00:08:16: Und genau in diesem unterirdischen Labyrinth befinden wir uns jetzt?
00:08:21: Ja!
00:08:21: Wir sind jetzt schon ... Ein bisschen durch verschlungene Fahrten nach unten gegangen.
00:08:25: Ein relativ enger Gang, ich sag jetzt mal Durchmesser etwa mit der Fünfzig.
00:08:30: Thomas unser Guide zeigt auf ein großes hölzernes Weinfass
00:08:34: und das ist der Hinweis darauf was in diesen Kellern unter der Oppenheimer Stadt im Oppenhammer Kellerlabyrinth vor allem auch gelagert wurde nämlich Wein.
00:08:44: ja und wenn man durch diese Gänge wandert kann es schon mal dazu kommen dass man die Orientierung verliert.
00:08:50: Hier gibt es natürlich keine Fenster.
00:08:52: Auch oben, Sonne, Mondstahne sind weg.
00:08:54: Wenn man hier unter der Erde unterwegs ist ... Man denkt auch, man ist schon Kilometer gelaufen.
00:08:58: dabei sind's am Ende nur ein paar Hundert Meter und das gehört zu den Geheimnissen und zu den Mysterien dieses Openhander-Gerre-Labyrinths.
00:09:06: Unter der Erde verliert man das Gefühl für Zeit und Raum.
00:09:12: Da habt ihr eine Idee wie tiefe jetzt hier in der Erde sind.
00:09:14: wir sind ganz viele Treppen da unten gelaufen.
00:09:16: also ich hatte mal bei einer Kinderführung einen Jungen gehabt.
00:09:18: er gesagt.
00:09:19: zweihundfünfzehn später habe ich gesagt Nein, da haben wir kurz vor Mittelpunkt der Erde.
00:09:25: Überraschenderweise zwischen fünf und sechs
00:09:27: Metern.".
00:09:28: Thomas zeigt auf ein Loch
00:09:29: im Boden.
00:09:30: Und das ist der Abgang zur nächsten Keller-Ebene.
00:09:34: Das haben wir hier in Ockermann-Kellener berühmt und in der unterirdischen Stadt ganz oft dass wir mehrere Ebenen von Kellen haben die direkt übereinander liegen teilweise nur wenige Zentimeter oder zwanzig dreißig Zentimeter Kellerdicke.
00:09:51: Ob wir Kellerlabyrinth gibt uns mehr Fragen als Antworten.
00:09:55: Denn es sind viele Dinge, die einfach im Mysteriösen
00:09:58: bleiben.".
00:09:59: Zwischenebenen und geringe Abstände zwischen den Kellern machen die besondere Raumstruktur des Labyrinths aus.
00:10:05: Sie sind das Ergebnis vieler nachträglicher Erweiterung und erklären warum der Untergrund nicht in ganze Stockwerke gegliedert ist.
00:10:13: Aber wie ist es denn eigentlich so sich in diesem Labyrinth aufzuhalten?
00:10:18: Wenn's draußen Winter ist und wir kommen in den Keller rein, empfinden wir es als total warm.
00:10:22: Wenns Hochsommer ist, haben wir draußen dreißig Grad und uns läuft die Brühe über die Sterne.
00:10:27: Wir kommen runter im Keller, das ist erfrischend kühl.
00:10:30: Die Wahrheit ist, die Temperatur ist immer gleich.
00:10:33: Zwischen dreizehnt und sechzehn-sebzehn Grad hier im
00:10:35: Keller.
00:10:36: Hier gehen wir zu einem Verschmalengang rein.
00:10:39: Hier müssen wir uns recht tief bücken, denn hier kommt
00:10:41: die Küche.
00:10:42: An der Decke ist ein Riss zu sehen.
00:10:46: Zwei Alarmanlagen, wir haben hier nämlich einen kleinen Rissengewölbe und Riss im Gewölbe nicht gut.
00:10:53: Wenn dieser Spalt sich jetzt hier bewegen wird also wenn das Gewölb in Bewegung gerade würde, würde er schief erreisen und es würden schiefer bröseln auf die Erde liseln.
00:11:02: Das wäre für uns der Signal nichts wie raus hier.
00:11:05: Die Keller sind mit unterschiedlichen Gewölben Formen gebaut, die das Gewicht des darüber liegenden Bodens gleichmäßig ableiten und so eine hohe Stabilität sorgen.
00:11:14: An besonders sensiblen Stellen nutzte man einfache bauliche Warnsysteme.
00:11:19: Dazu gehören sogenannte Warnschiefer, dünne Schieferplatten die in das Gewölbe eingesetzt wurden.
00:11:25: Wenn sich das Mauerwerk bewegte riss der Schiefer oder begann zu bröseln.
00:11:29: ein sichtbares Zeichen für die Menschen im Keller.
00:11:32: Das Gefahrbestand
00:11:40: Die Pfade wirken ziemlich verschachtelt
00:11:42: fast
00:11:43: schon chaotisch.
00:11:44: Folgen die Gänge eigentlich einer Logik oder Struktur?
00:11:48: Das Oppenheimer Kellerlabyrinth entstand ohne übergeordneten Bauplan.
00:11:53: Im dreizehnten Jahrhundert gab es keine festen Regeln dafür, wie und wo Keller angelegt werden durften.
00:11:58: Man rupt dort, wo's notwendig erschien.
00:12:01: Unter dem eigenen Haus entlang der Grundstücksgrenzen oft in enger Abstimmung mit den Nachbarn.
00:12:06: Trafen man beim Graben auf einen bestehenden Keller wurde entweder gemeinsam weitergebaut oder der Gang änderte seine Richtung.
00:12:13: Auf diese Weise wuchste Untergrund über Jahrhunderte hinweg zu einer unregelmäßigen und stark verzweigten Struktur heran.
00:12:19: Man
00:12:19: konnte einfach graben, buddeln und bauen – das hat man auch getan!
00:12:23: Hat man sich gut verstanden?
00:12:25: Hat man gemeinsam weiter
00:12:26: gebuddelt?!
00:12:27: Hat man nicht so gut verstanden?
00:12:29: Ist der eine nach rechts weg oder der andere nach links?
00:12:31: Und wenn ich mir dieses chaotische Gebilde «Oppenheim Herr Keller-Labyrinth Holztage» anschaue, dann schlussfolgere ich mal, man hat sich damals eher nie so gut weil das schon sehr viel Rechtslingsabzweige sind.
00:12:44: Eigentum und Nutzung lassen sich unter anderem an sogenannten Gerechtigkeitshäuschen erkennen.
00:12:50: Da behandelt es sich um markierte Vertiefungen in den Kellerwänden, die auf gemeinsame Nutzungs- oder Grenzwalläufe hindeuten.
00:12:56: Rechteckige Häuschen kennzeichnen dabei weltlichen Besitz – und spitze Häuschien den kirchlichen Besatz.
00:13:02: Der Ausbau der Keller begann vermutlich in der ersten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts und setzte sich über mehrere Jahrhunderte fort.
00:13:10: Noch zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wurden neue Keller angelegt.
00:13:14: Die lange Bauzeit erklärt die heutige Größe und Vielfalt der unterirdischen Systems.
00:13:19: Das heißt also, die Obmanner haben sich siebenhundert Jahre lang durch ihren Untergrund gehöhlt.
00:13:25: Und nur deshalb ist dieses Labyrinth so riesengroß!
00:13:29: Die Keller dienten aber nicht nur als Lagerräume sondern auch zum Schutz der Bewohner.
00:13:34: in Kriegszeiten Wenn es draußen brenzlig wurde, sind die Oppen in ihre Keller abgetaucht und haben dort Schutz gesucht.
00:13:42: Diese Keller waren eben verschlungen und waren erst mal den Augen der Eindringler verborgen.
00:13:49: Allerdings war diese Situation damals in dem Keller gerade für Kinder eine sehr beklemmende.
00:13:57: Man hatte damals nicht so ein schön beleuchtetes Notausgang, wie wir es heute haben oder einen schönen beleuchten Spot auf die Treppe.
00:14:04: Sondern die Leute sind runtergekommen in einem dunklen Raum mit der Peschfackel in der Hand und auch mit einer Talkerze.
00:14:13: Draußen waren Soldaten, die ihnen nach dem Leben trachteten.
00:14:17: Und hier unten warst du dunkel
00:14:18: und klamm.
00:14:19: Und man ist im Schein der Kerze, beim Schein des Peschfaches hat sich seine Nische gesucht um sich zu verbergen.
00:14:26: Letztmal saßen die Oppenheimen im Zweiten Weltkrieg in den Keller, denn diese Keller wurden auch als Luftschutzräume genutzt.
00:14:34: In Kriegszeiten bekamen die Keller eine neue Bedeutung.
00:14:37: Sie dienten als Zufluchtsorte, waren aber für längere Aufenthalte nicht ausgelegt und oft belastend für die Menschen da sie als Raum der Angst wahrgenommen wurden.
00:14:47: Die Nutzung der Keller über Jahrhunderte war aber tatsächlich erstaunlich vielfältig und deutlich lebensrohr.
00:14:53: Im Alltag hatten sie andere Funktionen.
00:14:56: Durch die gleichbleibende Kühle eigneten sich besonders für die Lagerung von Wein und anderen Gütern.
00:15:01: Einige Räume wurden außerdem für Treffen und Feiern genutzt, der Untergrund war also nicht nur ein Raum der Angst sondern auch Teil des Oppenheimer Lebens.
00:15:17: Locker mal achtzig bis hundert Leute.
00:15:19: Die haben gegessen getrunken, die haben getanzt was man damals beim Weinfest noch gemacht hat.
00:15:24: Hier wurden also in die längsten Nächte gefeiert.
00:15:27: Also hier ist man erst wieder rausgegangen und draußen schon hell war.
00:15:30: Heute ist das eher nicht mehr so der Fall.
00:15:32: Wie sieht eigentlich die Realität heute aus?
00:15:36: Wozu werden die Gänge genutzt?
00:15:38: Heute ist nur ein kleiner Teil des Kellerlabyrinths öffentlich zugänglich.
00:15:42: Viele Bereiche sind aus Sicherheitsgründen gesperrt oder liegen im privaten Besitz.
00:15:47: Hinzu kommt noch der Denkmalschutz, der den Umgang mit den historischen Räumen nochmal deutlich einschränkt.
00:15:53: Und man hat jetzt in Juli-Juli für den Hundgang die Dinge zusammengefügt also nicht alles sondern auch nur ein kleiner Teil im Bereich der Kernstadt und dem Marktplatz.
00:16:03: aber dieser Hundgang den gab es ja vorher noch nicht.
00:16:06: er musste geschaffen werden das mussten Verbindungsgänge gekraben werden
00:16:10: auf der Strecke
00:16:11: die man sich vorgenommen hat als Hundgröße.
00:16:13: Wir Gästebegleitende nennen diesen Durchgang die Tropfsteinhöhle.
00:16:19: Thomas zeigt scherzend auf eine Kalklinse, die von der Decke hängt.
00:16:23: Dazu
00:16:23: gibt es auch Geschichte zu erzählen.
00:16:25: Heute tragen wir Helme und das ist gut, dass wir die Helme tragen.
00:16:29: Das hier beispielsweise ist der Schädelspalter und da hinten rechts ist der Schulterrezert.
00:16:35: Also bitte sehr vorsichtig zahlen, wenn wir dran vorbeigehen!
00:16:38: Denn in den ersten Wochen und Monaten, als wir den Rundgang eröffneten, gab es noch keine Helme.
00:16:44: Ich kann euch sagen an dieser Kalklinse, die hier von der Decke unterhängt und unten ein bisschen spitz ist,
00:16:50: da hängt
00:16:50: ganz viel Blut dran.
00:16:53: Da haben schon viele unter den Kopf gestoßen damals.
00:16:55: Deshalb sind wir froh, dass wir heute Helme
00:16:57: haben.".
00:16:58: Auch wenn der Rundgang dem Kellerlabyrinth neues Leben eingehaucht hat, steht leider auch vieles leer ...
00:17:05: Wir haben einige Flaschen Wein stehen hier, die sind leider alle leer.
00:17:09: Selbst wenn ich sie öffnen würde ... Die würden nicht mehr so toll schmecken.
00:17:13: Ansonsten haben wir Mobilea, das auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat.
00:17:18: Hier waren früher in den Fünfzigern, vor allem in den Sechzigerjahren, fanden ganz viele Weinproben statt.
00:17:24: Aber ganz verlassen sind die Räume dann doch nicht!
00:17:28: So, wir gehen jetzt an eine sehr steigende Treppe runter.
00:17:45: Da gibt's aber Gott sei Dank, wie lecker.
00:17:56: Bitte auskassend.
00:17:59: Und in den Pausen und danach auch Wein.
00:18:02: Das heißt, man muss hier nicht verdürsten.
00:18:05: Der Rundgang durch das Kellerlabyrinth ist eine Reise durch die Zeit.
00:18:09: Das Mittelalter und das zwanzigste Jahrhundert legen hier oft nur einen Schritt voneinander entfernt, mit viel Herz- und Humor gestaltet führt die Tour schließlich an einem Ort mit einem ungewöhnlichen
00:18:22: Namen.
00:18:23: Friedhof der Nachttüpfe!
00:18:25: Das ist so, ich würde sagen Hausrat Schuttmüll mit einigen Nachttüpfen noch obendrauf.
00:18:31: wenn man sieht der Zahn derzeit nagt immer steiger in den Nachttupfen.
00:18:34: Der Friedhof der Nachttöpfe dokumentiert frühere Lagerungen von Haushaltsgegenständen, Unrat und Abfällen im Untergrund der Stadt.
00:18:42: Und ein bisschen weiter?
00:18:45: Wir sind hier in einer gewölbe Situation, die nennen wir Gäste-Bekleidung des Rondells.
00:18:52: Und
00:18:52: jetzt an dem Rodell gibt es eine Geschichte.
00:18:55: Wir haben nämlich auch ganz häufig Kinderführungen im Obneimerkeller Labyrinth.
00:19:00: Diese Führungen sind speziell auf den Kindern abgestimmt.
00:19:03: Die Kollegin fragte ihr beim Rondo.
00:19:05: Habt ihr eine Idee, warum das hier so rund ist?
00:19:10: Da hat sich dann ein Junge gemeldet und der hat gesagt ... Ja, damit man gut Bobbikarrennen machen kann!
00:19:18: Der hat sich gesagt, da kommt nicht anders, da muss ich mal
00:19:20: lachen.".
00:19:21: Die unterirdische Stadt von Oppenheim griecht über lange Zeit in Vergessenheit – Das Kellerlabyrinth vereint Spuren aus unterschiedlichen Epochen.
00:19:30: In den dunklen Gängen suchten Menschen Schutz und Zuflucht.
00:19:35: Im Dreißigjährigen Krieg ebenso wie später im Zweiten Weltkrieg.
00:19:39: Nach dem Krieg haben die Oppenheimer ihre Unterirdscher vergessen, heute leben sie wieder mit in ihrer unterirdischen Stadt.
00:19:50: Wir haben diesen unterirdlichen Rundgang, wir haben vorne den Kulturkeller, den viele Konzerte stattfinden Die unteren Stadt lebt und wir freuen uns auch, dass das ja über so viele Gäste herkommt.
00:20:04: Wie ein überjahrhunderte gewachsenes Puzzle
00:20:07: fügt
00:20:08: sich Raum an Raum.
00:20:10: Hinter jeder Ecke verbirgt sich ein neues Kapitel der Stadtgeschichte.
00:20:13: Genau diese Gegensätze machen die langen dunklen Gänge des Oppenheimer Kellerlabyrinths so faszinierend – eine Stadt unter der
00:20:22: Stadt!
00:20:24: Ich verabschiede euch jetzt mit einem Satz und dieser Satz heißt ... In Oppenheim ist ein Loch nicht einfach nur ein Loch.
00:20:36: Ein Podcastprojekt der Hochschule und der TV-Darmstadt.
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